Schutz vor Zecken – Vorsorge ist wichtig!


Schutz vor Zecken ist wichtig!

Nicht nur Sie selbst, sondern auch Ihr Haustier kann von Zecken gestochen und dabei mit gefährlichen Krankheiten infiziert werden.


Tierarztpraxis d'Orazio - Schutz vor Zecken

In Österreich wurden bisher 19 verschiedene Arten von Zecken nachgewiesen. Die häufigsten sind Ixodes ricinus (gemeiner Holzbock), Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke) und Haemaphysalis concinna (Reliktzecke).
Rhipicephalus saguineus (Braune Hundezecke) stammt ursprünglich aus südlichen Gegenden und tritt mittlerweile im Sommer auch nördlich der Alpen durch Einschleppung auf. Im Oktober 2018 wurde darüber hinaus auch die durch Zugvögel eingeschleppte Zeckenart Hyalomma marginatum nachgewiesen, welche als Vektor für Rickettsien und das Krim-Kongo-Fieber-Virus gilt.

Bei der Verbreitung von exotischen Parasiten spielt auch der Klimawandel eine zentrale Rolle.

So findet der Gemeine Holzbock mittlerweile auch in den Alpen in immer größere Höhen gute Überlebenschancen: findet Rehwild in höheren Lagen gute Nahrungsquellen, dienen sie der Zecke sozusagen als Taxi.

Die Braune Hundezecke kann in den immer milder werdenden Wintern auch bei uns gut überleben und neue Krankheiten mit sich bringen.

Zecken gehören zur Klasse der Spinnentiere und der Unterklasse der Milben.

Um zu überleben benötigen sie einen anderen Organismus als Wirt, von dessen Blut sie sich ernähren. Hierbei orientieren sie sich über ihr Haller´sches Organ (Sinnesorgan am vordersten Beinpaar) – über dieses spezielle Organ nehmen sie Gerüche wahr, die auf die Anwesenheit potenzieller Opfer hindeuten: Kohlenmonoxid, Ammoniak, sowie Milch- und Buttersäure. Diese Stoffe werden sowohl von Menschen als auch von Tieren abgegeben.

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Die Zecke lebt in Bodennähe und auf der niedrigen Vegetation.


Auf hohen Gräsern und niedrigen Büschen lauert sie auf vorbeikommende Tiere oder Menschen – sie lässt sich abstreifen und klammert sich an ihrem Wirt fest.

Inzwischen sind Zecken fast ganzjährig aktiv – dank der immer wärmer werdenden Winter. Zeckenstiche sind demnach auch im Winter keine Seltenheit mehr, wobei die Hochsaison zwischen März und Oktober stattfindet.

Bei etwa 5 bis 7 Grad Celsius werden sie aktiv. Am wohlsten fühlen sie sich bei feuchten und warmen Wetterbedingungen und Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Ist es zu heiß, zu trocken oder zu kalt flüchten sie unter Laub- und Streuschichten, um sich vor Austrocknung zu schützen. Gegen Kälte überdauern sie problemlos bis zu minus 13 Grad Celsius. Erst bei längeren Kälteperioden mit besonders niedrigen Temperaturen, frieren sie ein.

Aktuelle Studien zeigen überraschenderweise auf, dass Zecken, die Krankheitserreger in sich tragen, Hitze und Kälte sogar besser überstehen, als nicht infizierte Zecken. Trägt zum Beispiel der Gemeine Holzbock den Erreger der Anaplasmose in sich, bildet dieser bei winterlichen Bedingungen ein Schutzenzym aus, welches ihn vor Frost schützt. Mit dem Borreliose-Erreger befallene Zecken sind dagegen weniger empfindlich auf Hitze und Trockenheit.

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In ihren aktiven Zeiten stechen die kleinen Parasiten ihr Opfer.


Mit ihrem Stechapparat, bestehend aus Schneidewerkzeug und Stechrüssel, saugen sie das Blut – ihre einzige Nahrungs- und Flüssigkeitsquelle. Während der Blutmahlzeit gelangt der Speichel der Zecke in die Stichwunde.

Der Zeckenstich selbst verursacht bei Hunden und Katzen Juckreiz und eventuell Schwellungen. Ist die Zecke jedoch infiziert, werden über ihren Speichel gefährliche Krankheitserreger wie Anaplasmose, Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose oder in seltenen Fällen auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Erkrankungen mit diesen Erregern verlaufen oft akut oder sogar tödlich.

Die Borreliose wird durch Bakterien (Borrelien) verursacht,

welche im Darm der Zecke leben. Die Zecke selbst infiziert sich überwiegend an Wildtieren wie Mäusen, Rehen, etc. Nach dem Zeckenstich gelangen die Erreger innerhalb von etwa 24 Stunden über den Einstichkanal in den Wirt. Der Gemeine Holzbock gilt als Hauptüberträger.

Manche Borrelien wandern von der Einstichstelle in Gelenke und Gewebe und verursachen Fieber, geschwollene Lymphknoten, Appetitlosigkeit, geschwollene Gelenke und Lahmheiten. Auch eine Nierenentzündung kann von manchen Hunden entwickelt werden. Die Borreliose ist oftmals nicht einfach zu diagnostizieren – Symptome treten zumeist erst nach etwa 2 bis 5 Monaten auf und werden somit selten mit einem Zeckenbiss in Verbindung gebracht.

Ein Verdacht auf Borreliose wird über den Nachweis von Antikörpern im Blut abgeklärt. Durch eine Antibiotika-Therapie über längeren Zeitraum kann die Erkrankung zumeist gut behandelt werden. Um Schäden an den Nieren so gering wie möglich zu halten, wird eine entzündungshemmende Behandlung angewandt.

Für Hunde werden Impfstoffe angeboten, welche gegen drei verschiedene Unterarten der Borreliose-Bakterien schützen. Allerdings wird die Sinnhaftigkeit dieser Impfung in Fachkreisen durchaus kontrovers diskutiert.

Anaplasmen sind ausschließlich innerhalb von Zellen lebende Bakterien

und gehören zu den Rickettsien. Sie befallen vorwiegend weiße Blutkörperchen wie Neutrophile und Eosinophile Granulozyten. Der Erreger der Caninen Anaplasmose (A. phagocytophilum) wird hauptsächlich vom Gemeinen Holzbock übertragen. Eine zweite Anaplasmen-Art (A. platys) wird von der Braunen Hundezecke übertragen.

Anaplasmen können über die Blutbahn den gesamten Organismus erreichen (Bakteriämie) und Organe wie Nieren, Gehirn, Leber und Lunge befallen. Für eine erfolgreiche Infektion muss die Zecke etwa ein bis drei Tage Blut saugen.

Die Erkrankung kann nicht nur mehrere Phasen durchlaufen – sie erstreckt sich meist über Jahre. Die Symptome, die akut erkrankte Hunde zeigen, sind hohes Fieber, Schwäche und Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall, sowie Gelenksentzündungen und Lahmheiten. Auch kann es zu gesteigerter Blutungsneigung durch die Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) kommen.

Nach der akuten Phase tritt eine subklinische Phase ein. In dieser Zeit flachen die Symptome wieder ab und es kommt entweder zur vollständigen Beseitigung der Erreger oder zum Verbleiben dieser in den Blutzellen. Durch erneute Schwächung des Immunsystems (andere Erkrankungen oder Stress) kann ein chronischer Verlauf entstehen.

Die Diagnose erfolgt durch eine ausführliche Anamnese, einer klinischen Untersuchung, sowie mittels Bluttest. Die Therapie ist durch Gabe spezieller Antibiotika gegen Rickettsien über einen längeren Zeitraum sowie durch eine symptomatische Behandlung möglich. Nach jeder Therapie ist es wichtig, das Blut mehrfach zu kontrollieren.

Babesien sind einzellige Parasiten,

die rote Blutkörperchen befallen. Auch hier gibt es unterschiedliche Arten, wie Babesia canis canis, welche von der Auwaldzecke, oder Babesia canis vogelis welche durch die Braune Hundezecke übertragen wird. Die Übertragung beim Zeckenstich dauert etwa 12 bis 72 Stunden. Die Inkubationszeit der Infektion beträgt etwa 5 bis 7 Tage.

Symptome zeigen sich durch ein gestörtes Allgemeinbefinden, Fieber, Fressunlust, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit. Im weiteren Verlauf kommt es zu Anämie, Hämoglobinurie (Ausscheidung von Hämoglobin über die Nieren), Ausscheidung von Bilirubin über den Harn (Blutfarbstoffabbauprodukt) und Gelbsucht. Auch tritt häufig eine Leber- und Milzvergrößerung auf, sowie bei schweren Verläufen Haut- und Schleimhautblutungen infolge von Blutplättchenmangel. Entzündungen von Maul- und Magenschleimhaut, sowie der Muskulatur gehören ebenfalls zu den Krankheitszeichen. Epilepsieähnliche Anfälle, Bewegungsstörungen und Lähmungen sind möglich.

Einige Tiere zeigen einen schleichenden Krankheitsverlauf mit wiederkehrenden Fieberschüben – ähnlich der menschlichen Malaria, weshalb die Erkrankung auch Hundemalaria genannt wird.

Unbehandelt endet die akute Form bereits nach wenigen Tagen aufgrund von Atemnot, Anämie und Nierenversagen tödlich.

Die Diagnose erfolgt mittels Blutausstrich – Antikörper sind frühestens 10 Tage nach der Infektion nachweisbar, daher sind serologische Untersuchungen bei akutem Verlauf zu vernachlässigen. Die Therapie erfolgt bei B. canis durch Antiprotozoika und eventuell notwendiger Bluttransfusion.

Gegen B. c. canis existiert ein Impfstoff, welcher nicht vor der Infektion schützt, den Krankheitsverlauf jedoch deutlich mildert. Dieser sollte nicht mit anderen Impfungen und auch nicht an bereits infizierte Tiere verabreicht werden.

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An der Frühsommer-Meningoenzephalitits

erkranken Hunde im Gegensatz zum Menschen nur selten. Die Erkrankung wird durch das FSME-Virus ausgelöst und hauptsächlich durch den Stich des Gemeinen Holzbocks übertragen. Das Virus verursacht bei beispielsweise Immunschwäche eine Schädigung des zentralen Nervensystems mit Gehirn- und Hirnhautentzündung.

Infizierte Personen zeigen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Erbrechen, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei Hunden sind Einzelfälle beschrieben, welche Fieber, Lähmungen, Bewusstseinseintrübungen sowie Ausfälle der Hirnnerven zeigen.

Eine ursächliche Therapie ist aufgrund nichtexistierender antiviraler Medikamente unmöglich. Nur ein symptomatische und auf Linderung konzentrierte Behandlung ist möglich. Eine Impfung, wie für den Menschen, existiert für Hunde nicht.

Die Ehrlichiose ist eine akute bis chronische Infektionskrankheit,

welche durch das Bakterium Ehrlichia canis verursacht wird. Die Erkrankung ist vorwiegend im Mittelmeerraum verbreitet und wird von der Braunen Hundezecke übertragen. Klimabedingte Temperaturerhöhungen begünstigen die weitere Verbreitung nach Norden.

Das Bakterium lebt ausschließlich innerhalb von Zellen und gehört zu den Rickettsien. Die Übertragung erfolgt innerhalb von wenigen Stunden nach Anheften der Zecke. Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei bis drei Wochen.

Der Erreger befällt die zu den weißen Blutkörperchen zählenden Monozyten und verursacht zahlreiche kleine Blutungen an der Oberfläche innerer Organe.

Zu den mannigfaltigen Symptomen zählen unter anderem wiederkehrendes Fieber, Appetitlosigkeit, Atemnot, Blutungen, Ödeme sowie Milz- und Lymphknotenschwellungen. Im späteren Verlauf kommt es zu dauerhafter Blutarmut. Unbehandelt entwickelt sich eine chronische Krankheit, die nur noch sehr schwer zu therapieren ist und nach dramatischen Gesundheitsschäden zum Tod des Tieres führt.

Die Diagnose ist klinisch kaum zu stellen, sie erfolgt labordiagnostisch mittels Erregernachweis aus dem Blut oder Biopsien von Lunge und anderen Organen. Eine Therapie ist durch Antibiotika über einen längeren Zeitraum möglich.

Die Hepatozoonose wird durch einzellige Parasiten

der Gattung Hepatozoon hervorgerufen. Die Erkrankung gehört zu den sogenannten Reisekrankheiten und tritt im Mittelmeerraum auf. Der Erreger kann in Sommermonaten durch die Braune Hundezecke auch im Norden vorkommen und wird durch Zerbeißen und Verschlucken auf das Tier übertragen.

Hepatozoen befallen die weißen Blutkörperchen sowie Milz, Leber, Muskulatur, Lungen und das Knochenmark. In Geweben verursacht die Infektion eitrige Entzündungen.

Zu den Symptomen zählen unter anderem Fieberschübe, Gewichtsabnahme und Lymphknotenschwellungen, sowie blasse Schleimhäute aufgrund von Anämie. Auch das Auftreten von blutigen Durchfällen, Überempfindlichkeit in der Lendenregion, Muskelentzündungen und –schwund sind möglich.

Die Diagnose ist labordiagnostisch mittels Blutanalyse möglich. Die Erkrankung ist durch Antiprotozoika unter Kontrolle zu bringen – eine vollständige Heilung ist allerdings nicht möglich.

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Katzen infizieren sich seltener mit Erregern, die von Zecken übertragen werden, als Hunde.


Warum dies so ist, ist nicht eindeutig geklärt. Zum einen scheint das dichte Katzenfell Zecken daran zu hindern, rasch eine geeignete Stichstelle zu finden – zum anderen wird angenommen, dass die suchende Zecke bei der intensiven Fellpflege vertrieben wird, bevor sie stechen kann.

Doch obwohl es für Zecken schwieriger ist anzudocken – unmöglich ist es nicht. Es gibt durchaus Fälle von Erkrankungen wie Borreliose, Anaplasmose, Babesiose und Hepatozoonose bei Katzen, vor allem, wenn das Immunsystem geschwächt oder die Katze durch zusätzliche Infektionen beeinträchtigt ist.

Da die Schmusetiger im engen Kontakt mit ihren Besitzern leben, kommt es häufiger vor, dass Zecken auf den Menschen übergehen. Von ihren Streifzügen bringen Katzen die Blutsauger mit nach Hause, was zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko für den Besitzer führt.

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Der beste Schutz vor Zecken-Erkrankungen ist die Vorbeugung!


Hierbei ist die tägliche und gründliche Fellpflege eine gute Voraussetzung, um Anzeichen und Befall zu erkennen.

Entdecken Sie eine oder mehrere Blutsauger bei Ihrem Haustier, sollten diese so rasch wie möglich mithilfe einer Zeckenzange oder Pinzette entfernt werden. Fassen Sie hierbei die Zecke so weit wie möglich an den Mundwerkzeugen nahe der Haut und ziehen Sie diese mit einer leichten Hin- und Her-Bewegung senkrecht heraus. Fixieren Sie die Zecken anschließend zwischen Klebestreifen und entsorgen Sie diese über den Hausmüll.

Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr einer Übertragung von Infektionserregern.

Wichtig: Das beträufeln von Zecken mit Öl, Alkohol oder Klebstoff ist nutzlos und versetzt die Zecke mitunter sogar in Stress, sodass sie vermehrt Speichel in die Wunde absondert und somit eine Infektion mit Erregern beschleunigt wird.

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Da sich das Absuchen im dichten Fell oft schwierig gestaltet und die kleinen Blutsauger leicht übersehen werden können, wurden eine Reihe von Antiparasitika entwickelt, damit es erst gar nicht zu einem Zeckenbefall kommt. Für unsere Haustiere gibt es Tabletten, Spot-ons, Sprays und Halsbänder mit geprüfter Wirksamkeit.

Kautabletten werden oral verabreicht und wirken von innen für ein bis drei Monate.

Die insektiziden (Insekten vernichtend) und akariziden (Milben und Zecken abtötend) Wirkstoffe wie Fluralaner, Afoxolaner oder Sarolaner töten Zecken zuverlässig und zügig ab und verhindern die Übertragung von Infektionen, die eine gewisse Zeit nach dem Ansaugen erfolgt (z.B. Borreliose, Babesiose und Anaplasmose).

Kautabletten sind vorteilhaft, wenn kleine Kinder im gemeinsamen Haushalt leben – im Gegensatz zu Spot-ons, Sprays und Halsbändern müssen diesbezüglich keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, da die Wirkstoffe im Körper des Hundes bleiben.

Allerdings wirken diese drei Stoffe nicht repellent – Krankheiten, die unmittelbar nach dem Stich des Parasiten übertragen werden, können diese nicht verhindern.

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Spot-on-Präparate, Halsbänder und Sprays werden äußerlich angewandt.

Sie enthalten Substanzen, die repellent (abwehrend) und/oder insektizid und akarizid wirken. Bekannte, hierfür verwendete Wirkstoffe sind zum Beispiel Pyrethroide (insektizid, akarizid und repellierend) oder Phenylpyrazole (insektizid und akarizid), die zu den wirksamsten Insektiziden gehören.

Pyrethroide sind für Katzen unverträglich – daher ist der Einsatz bei Hunden mit im gemeinsamen Haushalt lebenden Katzen bedenklich und nicht zu empfehlen, da es durch Ablecken zur Intoxikation (Vergiftung) kommen kann.

Repellent wirkende Mittel gegen Ektoparasiten sind vorteilhaft um Krankheiten zu verhindern, die unmittelbar nach dem Stich übertragen werden können.

Die Nachteile von Spot-ons, Halsbändern und Sprays sind spezielle Vorsichtsmaßnahmen nach der Anwendung. Behandelte Tiere sollten etwa zwei Tage weder schwimmen noch baden – einerseits um den Wirkstoff nicht abzuwaschen und andererseits um natürliche Gewässer zu schützen (Gefahr für Fische und Wasserorganismen).

Die meisten dieser Präparate erhalten Sie in unserer Tierarztpraxis oder auf Rezept in der Apotheke, denn es handelt sich um Produkte, die zu den Medikamenten zählen.

Wie bei jeder medikamentösen Gabe empfehlen wir:

sprechen Sie zuvor mit uns ab, welches Mittel für Ihr Haustier wirksam und geeignet ist, denn nicht jeder Wirkstoff ist für jedes Tier vorgesehen und bei unzulänglicher Anwendung oder Dosierung können ungewünschte Nebenwirkungen auftreten.

Bei einer sachkundigen Auswahl und sorgfältigen Anwendung werden die geeigneten Mittel
Ihr Tier – und damit auch Sie selbst – optimal schützen.

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Im herkömmlichen Handel werden natürlich auch eine Vielzahl fragwürdiger Produkte angeboten.

Bierhefe oder Sprays mit Molke, welche die Atemöffnungen der Zecken verkleben sollen, verhindern den Zeckenbefall nicht und töten diese auch nicht gesichert ab. Auch die Wirksamkeit von sogenannten „biomagnetisierten“ Metallplaketten, Bernsteinketten und diversen Ölen konnte bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Wie vorhergehend erwähnt, sind Zecken durch ein besonderes Sinnesorgan hochspezialisiert auf das Wahrnehmen von Ammoniak, Kohlenmonoxid, Milch- und Buttersäure – ob sie sich von ätherischen Ölen nach langen Hungerzeiten wirklich abhalten lassen, ist fraglich.

Zecken sind zudem in der Lage, lange Zeit ohne zu atmen zu überleben. Als Atmungsorgane dienen sogenannte Tracheen. Das sind winzige Öffnungen im Körper, welche hinter den Beinen am Körper liegen. Durch Muskelanspannung wird Luft eingeleitet und der Gasaustausch findet hier direkt statt – eine Lunge besitzen Zecken nicht. Auch können sie diese Tracheenöffnungen abdecken (ähnlich einem Augenlid), zum Schutz vor etwa eindringendem Wasser. Die gespeicherte Luft in den Tracheen ermöglicht es den Parasiten, auch längere Zeit ohne zu atmen zu überstehen. Ein Erstickungsversuch durch Öle würde demnach einfach zu lange dauern.

Hier sei noch erwähnt: der Einsatz von Teebaumöl ist hingegen für Katzen und das alte Hausrezept Knoblauch ist, wie alle Zwiebelgewächse, für beide Tierarten giftig!


Bedenken Sie, dass Parasitenmittel aus pharmazeutischer Herstellung vor der Marktzulassung über einen sehr langen Zeitraum intensiv erforscht werden. Und wie bei menschlichen Pharmazeutika auch, stehen diese dauerhaft weiter unter Wirkungsbeobachtung.
Als verantwortungsbewussten Tierärzten liegt uns das Wohl unserer Lieblinge sehr am Herzen. Unsere Haustiere sind unsere geliebten Gefährten und Freunde – und keine Experimentierobjekte.

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Das ausführliche Gespräch und die sorgfältige Anamnese, als auch der Einbezug der bestehenden Gesamtsituation, sind die Grundpfeiler für eine erfolgreiche und sichere Wahl der geeigneten Zecken-Prophylaxe für Ihr Haustier.


Die kompetente, zuverlässige Betreuung unserer kleinen Patienten ist für uns selbstverständlich. Ein liebevoller und wertschätzender Umgang sowie das Wohl von Mensch und Tier liegen uns besonders am Herzen.

In unserer Tierarztpraxis in 1130 Wien nehmen wir uns gerne Zeit, Sie in Ihren Anliegen umfangreich und individuell zu informieren!

Wir sind für Sie und Ihren Liebling da!

Ihr Team von der Tierarztpraxis d’Orazio

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Weiterführende Links zum Thema Zecken:

LEITLINIE Verhinderung der Erregerübertragung durch Blut saugende Vektoren bei Hunden

Gefahr durch Zecken bei Tieren – Infografik der Veterinärmedizinischen Universität

Vektorübertragene Krankheiten durch Zecken – Biologie und Zoologie, Ages

Bekämpfung von durch Vektoren übertragenen Krankheiten bei Hunden und Katzen